Sprachfahrt nach Folkestone (2016)

Sprachfahrt nach Folkestone (2016)

Montag, 06.06.2016 – Anreise

Am Montagmorgen gegen 8 Uhr ging´s los. Sechzig erwartungsfrohe Schülerinnen und Schüler der Klassen acht der Realschule Essen-Überruhr begeben sich zusammen mit vier nicht minder erwartungsfrohen Begleit-Pädagogen auf den Weg nach Folkestone, um die englische Sprache direkt vom Muttersprachler zu hören, sie endlich mal im wahren Leben auszuprobieren und sie weiter zu entwickeln. Ob die Tränen einiger anwesender Eltern mehr der Trauer um den vorübergehenden Verlust des Kindes oder mehr der Verzückung über die bevorstehende kinderlose Zeit geschuldet ist, vermag der Autor nicht zu ergründen.
Ohne nennenswerte Verzögerung gelangt die Gruppe schon am Mittag nach Dünkirchen, um mit der Fähre nach Dover überzusetzen. Bei strahlendem Sonnenschein zeigen sich auch die Kreidefelsen in Dover sehr eindrucksvoll. Gegen 18 Uhr wird im Hotel eingecheckt.

Die Umgebung des Hauses könnte nicht eindrucksvoller sein: Es befindet sich unmittelbar an der Strandpromenade. Nicht wenige Zimmer sind mit Meerblick ausgestattet; fantastic!
Das Hotel selbst entspricht dem typischen britischen understatement; mehrere Hausteile wurden offenbar nachträglich zusammengelegt, so dass die Flure durchaus Ähnlichkeit mit einem Labyrinth aufweisen, was den pädagogischen Zimmerbesuchen und Kontrollgängen einen unerwartet psychedelischen touch verleiht. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit; das gilt insbesondere für die beiden Damen des Frühstück-Buffets.
Wichtigstes Erkundungsziel am ersten Abend ist nicht der Strand, sondern die etwa 200 Meter entfernt liegende und in dieser Woche sicher einen Umsatzrekord verzeichnende Fastfood-Kette mit dem schottischen Namens-Präfix. Na gut; auch hier wird Englisch gesprochen. O-Ton Schüler: „Was heißt eigentlich Hamburger auf Englisch?“

 

Dienstag, 07.06.2016 – Folkestone (Stadtrallye)

Erste Anlaufstelle an jedem Morgen ist der Frühstücksraum. Hier erwartet den Besucher eine überschaubare Räumlichkeit mit dem bereits erwähnten sehr freundlichen und zugewandten britischen Fachpersonal. Für die Schüler gibt es einen besonderen Bereich, in dem die müden Geschöpfe mit ein wenig Musik zu erheitern versucht werden. Das Frühstück ist britisch und auf Wunsch … very british. Wer immer schon mal wissen wollte, wie baked beans samt Buttertoast, Spiegelei, Speck und einer Art Bratwurst aus … weiß ich gar nicht so genau, zum Frühstück schmeckt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das pädagogische Begleitpersonal wählt diese Variante (mit wenigen Ausnahmen) grundsätzlich jeden Morgen; i love great britain.

Selbstverständlich sollen die Schüler an diesem Tag „ihre“ Stadt etwas näher erkunden. Dazu wird eine Stadtrallye veranstaltet. Hierbei werden die Promenade, der Strand, ein Teil des beschaulichen Hafens, wie auch der Innenstadt-Bereich besucht, um diverse Fragen zu beantworten und Aufgaben zu erfüllen. Übrigens: Die beiden Gondeln des „leas lift“ werden mit Wasserkraft betrieben. Beim Anfahren sieht der interessierte Beobachter, wie Wasser aus dem oberen Zulauf in einen Behälter an der oberen Gondel geleitet wird. Sobald diese genügend Masse hat, gleitet sie, der Schwerkraft sei Dank, den Berg hinab und zieht gleichzeitig die zweite Gondel nach oben. Hier gibt es dazu ein paar hübsche Bilder. Wie das Wasser den Berg hinauf gelangt und ob es sich hierbei also wirklich allein um „Wasserkraft“ handelt, sei (nahezu) unkommentiert dahingestellt. Den glücklichen Gewinnern winken prachtvolle Magnet-Halter; nice.

 

Mittwoch, 08.06.2016 – Canterburry (Stadtrallye)

Weniger als eine Busstunde von Folkestone entfernt liegt Canterbury, unser heutiges Reiseziel. Die Stadt trieft aus jeder Pore vor Geschichte und der Kunst, diese den Besuchern möglichst charmant darzubieten. Bei großartigem Wetter müssen die älteren Semester ihre mächtigen menschlichen Schädel mit einer original in Canterbury erstandenen Kopfbedeckung schützen. Die Schüler werden erneut in die Obhut einer Erkundungs-Rallye übergeben. Die Motivation dazu hält sich wohl eher in Grenzen, so dass die meisten Gruppen schon nach der ersten Hälfte der Aufgaben zum zweiten Tagesordnungspunkt, shoppen, bis das Portemonnaie nicht mehr kann, übergehen.
Der Bereich mit den Geschäften wirkt trotz der vielen Besucher an diesem Tag immer noch sehr beschaulich. Die historischen Gebäude vermitteln eine angenehme Atmosphäre. Sehr beeindruckend sind die Grünbereiche; allen voran eine am Stadttor gelegene Parkanlage, in der sich Gäste und Einheimische zum Entspannen, geselligen Beisammensein, Sporttreiben oder zu einer kleinen Bootsfahrt treffen; that´s what i call comfort-zone.

 

Donnerstag, 09.06.2016 – Rye (Markttag) und Klippen-Wanderung

Das heutige Tagesprogramm führt uns zunächst nach Rye, einer britischen Kleinstadt, etwas mehr als 1 Stunde mit dem Bus von Folkestone entfernt. Das Hafenbecken ist schon seit vielen Jahren ausgetrocknet, daher befinden sich alle noch vorhandenen Schiffe … auf dem Trockenen; ein merkwürdiger Anblick. Rye ist auch deswegen einen Besuch wert, weil sich die Stadt den mittelalterlichen Charme bewahrt hat. Kirche, Befestigungsanlagen, Friedhöfe und einige Gebäude stammen teilweise aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Leider überzeugt das noch nicht alle Schüler. Daher haben wir uns den Markttag als hilfreichen Zeitpunkt ausgesucht. Erneut stehen Nahrungsaufnahme nach britischem Vorbild, chips & fish auf dem Programm. Nette Dialoge mit den Verkäufern und in einem Fall sogar das Feilschen auf dem Markt um einen angemessenen Preis werden positiv hervorgehoben. Bei anderen ist die Freude nur von kurzer Dauer.
Nicht so, beim Lehrkörper; endlich wird deren Suche nach clotted cream with scones von Erfolg gekrönt. Das britische Zeremoniell schreibt hier eine gewisse Mindestverweilzeit vor. Dies führt dazu, dass wir als letzte am Bus eintreffen. Der Busfahrer gibt sich noch gelassen, die Schüler entwickeln eine Art Ungeduld, müssen aber vor der Weiterfahrt nur noch gezählt und für Vollständig im Sinne der Haftung bewertet werden. Das gelingt; und schon geht es weiter an die Klippen von Südengland.

Zwischen Eastborne und Brighton stoppt der Bus erneut auf einem Parkplatz mitten im Nirgendwo. Rundherum nur grüne Wiesen, Heidelandschaften und, bei sonnigem Wetter, ein weiter Blick auf das türkis-blaue Meer; isn´t that lovely?
Herr Fischer führt uns auf den ersten grünen Hügel; ein toller weiter Blick begleitet die Gruppe die ganze Zeit. Eine kleine Rast wird eingelegt … Der Bus fährt, ohne uns ab; why?!?!?!? Herr Fischer führt die Gruppe erneut an. Es geht den Hügel auf der anderen Seite wieder hinab … danach gaaahhhnz weit dahinten wieder hinauf, dann wieder hinab …
Philip kann nicht mehr gehen; er entscheidet sich den Hang hinab zu rollen … findet weitere begeisterte Anhänger seiner Idee. „Wenn ich schnell genug runterrolle, kann ich sicher den nächsten Hügel bis oben hin raufrollen … oder?!?!“ Es will noch nicht ganz gelingen; auch sind die Klamotten danach ein wenig in Mittleidenschaft gezogen, aber die Bewunderung der übrigen Anwesenden ist im sicher!
Wenn die Wanderung auch ein wenig anstrengend war, die meisten Schüler konnten die Landschaft und den tollen Ausblick nach vielen eigenen Aussagen doch auch genießen.

Vielleicht war der anschließende Zwischenstopp in Eastborne ein bisschen too much. Auch die Information Herrn Fischers, dass Sir Roger Moore alias James Bond im höchsten Gebäude in Eastborne wohnt, wurde nur noch milde lächelnd zur Kenntnis genommen. Der Besuch des Piers sollte eigentlich Ziel der Unternehmung sein. Nach Ansicht des Lehrkörpers, eine durchaus lohnenswerte Aktivität, doch blieben die meisten Schüler auf dem Weg dahin in irgendeiner Einkaufs-Mal hängen …

 

Freitag, 10.06.2016 – Letzter Tag in Folkestone und Abreise

Der letzte Tag in Folkestone soll noch einmal voll ausgekostet werden, bevor es dann am Abend gegen 17:30 Uhr wieder in Richtung Heimat geht. Das Auschecken nach dem letzten britischen Frühstück dauert doch etwas länger, als geplant, da der Zustand einiger Zimmer durchaus bedenklich genannt werden darf. In manchen Fällen sieht es so aus, als wären am Abend zuvor mehrere Chips und Flips-Tüten detoniert. Die betroffenen Schüler-Gruppen werden freundlich gebeten, den Zustand der Zimmer an das normale Niveau anzupassen.
Anschließend werden die Schüler ein letztes Mal in Kleingruppen entlassen. Da Folkestone aber auch an den Tagen zuvor schon einigermaßen ausführlich erkundet wurde, Mitbringsel zum größten Teil schon organsiert waren und nun auch die letzten finanziellen Reserven aufgebraucht sind, wird die Zeit ein wenig lang … Das hat zur Folge, dass sich um 17:30 Uhr wirklich alle Schüler abfahrbereit in ihren Sitzen befinden und die Heimreise angetreten werden kann. Good bye Folkestone – we had a nice trip!

Die Fotos der folgenden Galerie stammen freundlicher- und dankenswerterweise aus den Händen und den Kameras von Herrn Wohlfeil und Herrn Plum. Daher liegen auch die Bildrechte bei den beiden Kollegen. Sie wurden zur Veröffentlichung auf diesen Seiten und zur privaten Nutzung freigegeben. Weitere Veröffentlichungen oder gar der Handel mit den Bildern bedarf der Genehmigung des jeweiligen Fotografen.
Wir wünschen viel Spaß beim Betrachten … und Erinnern.

PLU (2016/06)

admin

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