Große lernen mit Kleinen

Mathematik – gemeinsames Lernen Jahrgangsstufe 6 und 9

Im Rahmen des Ergänzungsfaches MINT lösen auch in diesem Schuljahr wieder Schüler und Schülerinnen des 6. und 9. Jahrganges gemeinsam Mathematikaufgaben.
Jeweils donnerstags treffen sich die “Kleinen” mit den “Großen” an der Überruhrstraße zum gemeinsamen Lernen. An dem Kurs nehmen jeweils 13 Kinder der Jahrgangsstufe 6 und 9 teil. Es werden immer Lernpatenschaften gebildet – ein „Kleiner“ und ein „Großer“.
Der Unterricht beginnt um 14:00 Uhr und dauert 90 Minuten.
Zunächst wird die Stunde der Vorwoche reflektiert.

  • Wie hat das gemeinsame Lernen in der Woche zuvor funktioniert?
  • Gab es Probleme bei den „Lernpaaren“?
  • Müssen eventuell neue Paare gebildet werden?

Anschließend finden sich die Lernpaare zusammen. Damit ein ungestörtes Arbeiten möglich ist, verteilen sich die Paare auf verschiedene Klassenräume. Zum Warmwerden wählen die Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Kopfrechenspielen aus und trainieren circa 15 Minuten Konzentration und Schnelligkeit beim Lösen von Additions-, Subtraktion-, Divisions- und Multiplikationsaufgaben.
In der Hauptsache werden dann Sachaufgaben gelöst. Das genaue Lesen, das Verstehen des mathematischen Problems, das Formulieren einer Frage ,das Bewerten des Ergebnisses und das Formulieren einer Antwort sind Kernkompetenzen der Mathematik, die alle Schüler und Schülerinnen am Ende ihrer Schullaufbahn beherrschen müssen. Vor Mathematikarbeiten besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass die “Kleinen” mit den “Großen” Aufgaben aus dem Unterricht wiederholen.

Die Aufgaben für den gemeinsamen Unterricht werden von Frau Klesper in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zusammengestellt. Zu allen Aufgaben gibt es Beispiellösungen, so dass diese von den Lernpaaren eingesehen und sichergestellt werden kann, dass richtig gerechnet wurde.

Frau Klesper beobachtet die Lernpaare und steht bei Fragen immer zur Verfügung. Zudem hält sie Kontakt zu den Mathematiklehrern und -lehrerinnen der Schüler und Schülerinnen aus der Erprobungsstufe, um auch Aufgaben auswählen zu können, die im Unterricht noch Schwierigkeiten bereiten.
Es handelt sich hierbei nicht um Nachhilfeunterricht, sondern um ein gemeinsames Lernen. Bereits in den letzten beiden Jahren haben „Große“ mit „Kleinen“ gemeinsam Mathematik geübt. Dort zeigte sich schon, dass die „Kleinen“ besonders motiviert lernen, wenn der „Lehrer“ ein Schüler aus einem höheren Jahrgang der eigenen Schule ist. Die „Großen“ nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und haben zudem die Gelegenheit Inhalte der Mathematik zu wiederholen, die sie auch im eigenen Unterricht benötigen und die eventuell in der zentralen Abschlussprüfung abgefragt werden. Zudem entwickeln sie einen viel größeren Ehrgeiz Aufgaben zu verstehen, weil sie sich verantwortlich fühlen und den „Kleinen” nichts Falsches beibringen möchten. Außerdem ist es ihnen unangenehm, wenn sie schlechter im Kopfrechnen sind, als die jüngeren Schüler oder Schülerinnen.

Nicht selten entstehen auch Freundschaften zwischen den „Großen” und “„Kleinen”. Kontaktdaten werden ausgetauscht und ab und zu werden die „Großen” auch außerhalb des Unterrichts um Hilfe gebeten.
Es bereitet jeden Donnerstag eine große Freude, die gemischten Paare beim gemeinsamen Lernen zu beobachten. Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrganges haben oft ein neues Bild vom Lehrerberuf, der doch anscheinend anstrengender ist, als vorher gedacht. Auch als Lehrerin erhält man von dem ein oder anderen Schüler oder Schülerin einen neuen Eindruck. Es werden Verhaltensweisen wie Ehrgeiz, Disziplin, Motivation und Anstrengungsbereitschaft gezeigt, die im „normalen” Unterricht oft nicht so ausgeprägt zu erkennen sind.

 

KLE (2017/05)